Kirchenmusik St. Petri Buxtehude

"Im Geiste Arp Schnitgers"

Restaurierung und Erweiterung der Chororgel in Anlehnung an den norddeutschen Orgelbau des Barock


Am 7. Mai 2017  haben Kreiskantorin Sybille Groß und Orgelrevisor Prof. Martin Böcker in in einem Konzert in der St. Petri Kirche das Projekt der Renovierung und Erweiterung der Chororgel der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu dem Projekt.
Der Förderkreis Kirchenmusik "Musica Viva"  wirbt Spenden ein und führt Projekte durch, um die Maßnahme finanizieren zu können.

Informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten zur Pfeifenpatenschaft:

https://musicavivabuxtehude.wir-e.de/aktuelle-projekte


In der Kirche St. Petri zu Buxtehude baute die Orgelbauwerkstatt Hillebrand (Altwarmbüchen) 1974/75 eine Chororgel. Das Gehäuse der Orgel stammt aus der Werkstatt von Paul Ott (Göttingen). Ursprünglich diente in den Jahren 1949 bis 1974 das Gehäuse als Rückpositiv der Huß/Schnitger-Orgel in Ss. Cosmae et Damiani zu Stade. Da das Ott-Gehäuse für die Restaurierung der Huß/Schnitger-Orgel nicht wiederzuverwenden war, konnte es als Chororgel in der St. Petri-Kirche eine gute und optisch in den Raum passende Verwendung finden.


In St. Petri Buxtehude stellte Arp Schnitger 1701 ein großes Instrument fertig, welches leider bei dem Turmbrand 1853 vollständig zerstört wurde. Organisten und Orgelliebhaber schätzen den wunderbaren Klang und die Möglichkeiten der frühromantischen Furtwängler Orgel von 1859. Dennoch wird oft die Frage gestellt: "wie mag die Schnitger Orgel in diesem herrlichen Kirchenraum geklungen haben?"

2006 fand OBM Rowan West, der eine Nachrestaurierung der Orgel vorgenommen hatte, 25 Pfeifen, die einwandfrei Arp Schnitger zugeordnet werden konnten. Rowan West erzählt gerne, in welch aufgeregter Freude Kantor, Pastor, er selbst und viele Orgelliebhaber diesen Fund zur Kenntnis genommen haben.

Bis auf diese 25 Pfeifen ist die Schnitger Orgel verloren. Die schöne und solide gebaut Orgel von Hillebrand in dem sehr schönen Gehäuse im Stile Arp Schnitgers bedarf nun der Renovierung und Erweiterung.

Um das Instrument grundsätzlich zu erhalten, muss es gereinigt und neu intoniert werden. Einzelne Teile (z.B. Lederpulpeten) müssen erneuert werden. Einige der Trompetenpfeifen sind abgeknickt und drohen, auf das weitere Pfeifenwerk zu stürzen.
Die derzeititigen Disposition der Orgel enhält die folgenden Register:
Principal 8' | Gedeckt 8' | Octave 4' | Quinte 2 2/3 | Gemshorn 2' | Mixtur IV | Trompete 8'

Ein Manual, angehängtes Pedal, Tremulant

Der Disposition fehlt ein eigenständiges Pedalregister, das der Orgel zu einem guten Fundament und mehr Gravität verhelfen würde.
Daher wurde für die Erweiterung ein Subbass 16' für das Pedal angedacht.

Um Chöre, Instrumentalisten oder Solisten begleiten zu können, fehlt der Disposition eine Flöte 4' - das (schöne) Gedacktregister ist mitunter sehr leise, der Principal dann wieder recht kräftig. Die Idee einer Flöte 4' als weiteres Manualregister scheint schwierig umzusetzen, da das Gehäuse zu wenig Platz bietet.

OBM Rowan West hat im Januar 2017 ein überzeugendes Konzept für eine Erweiterung vorgelegt.
Dieses schließt den Bau eines Subbass 16' und auch einer Flöte 4' ein. Der Platz, der auf einer zusätzlichen Windlade hinter dem Prospekt entsteht, würde für 2 weitere Register ausreichen: eine Posaune 16' im Pedal und eine Sesquialtera im Manual.
Zusätzlich sieht das Konzept vor, ein 2. Manual einzubauen.

Die Orgel würde sich damit von 7 auf insgesamt 11 Register erweitern, incl. 2 eigenständiger Pedalregister.

Die Besonderheit wird darüber hinaus eine geschickte und ausgeklügelte mechanische Technik sein, die aus den dann vorhandenen 11 Registern dann 18 Register macht. Durch das Prinzip der Wechselschleife und der Transmission können einzelne Register dem jeweils anderen Manual zugeordnet  bzw. einzelne Register  angekoppelt werden.

Die Disposition könnte nach der Erweiterung wie folgt aussehen:

Hauptwerk                
Principal 8'                                    
Gedeckt 8' 
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Quinte 2 2/3
Gemshorn 2'
Sesquialtera II
Mixtur IV
Trompete 8'

Positiv
Gedeckt 8' (Transmission)
Spitzflöte 4' (Transmission)
Quinte 2 2/3 (Wechselschleife)
Gemshorn 2' (Wechselschleife)
Sesquialtera (Wechselschleife)

Pedal
Subbass 16'
Posaune 16'
Octavbass 8' (Transmission)
Octave 4' (Transmission)

Damit nimmt Rowan West den Stil der Orgel, der bereits durch das Gehäuse und das vorhandene Pfeifenmaterial vorhanden ist, auf. In Anlehnung an den norddeutschen Orgelbau des Barock soll diese Orgel erweitert werden. Das Gehäuse sowie das bestehende Pfeifenmaterial bleiben erhalten. Die Vorderansicht der Orgel wird sich lediglich durch den Einbau des 2. Manuals verändern. Eine Überlegung wäre, die 25
vorhandenen Pfeifen Schnitgers in diese Orgel einzubauen und ihnen einen adäquaten, stilgerechten Platz zu geben.

Mit dieser Erweiterung werden sich die musikalischen Möglichkeiten in St. Petri enorm erweitern:

auf der Chororgel wird die norddeutsche barocke Literatur darstellbar sein - das ist auf der Furtwängler Orgel in ihrer frühromantischen Konzeption nicht befriedigend möglich. Es wird möglich sein, die Orgel im Orchester einzusetzen: bei Oratorien, Kantaten oder als Orgel für Werke mit Chor und Orgel allein. Solisten und Instrumentalisten können mit einem breiten Repertoire begleitet werden - die historische Furtwängler Orgel ist dafür mit der Tonhöhe von a' = 450 Hz nicht immer geeignet.

Der Kirchenvorstand hat in seiner Sitzung am 26. April 2017 beschlossen, den Auftrag für die Umsetzung dieses Konzeptes an Rowan West zu vergeben, wenn die nötigen finanziellen Mittel zusammen kommen. Im Herbst 2018 wollen wir absehen können, dass dies gelingt.
Die Renovierung und Erweiterung mit dem vorgestellten Konzept kosten ca. 139.000 Euro.

Die musikbegeisterten Menschen in Buxtehude und darüber hinaus haben es also in der Hand! Wir hoffen auf Begeisterung und Unterstützung. Es sind bereits 2 private Großspenden à 10.000 Euro eingegangen, ca. 180 Pfeifenpatenschaften sind vergeben, einige Firmen sowie der Lions Club Buxtehude haben sich beteiligt (Stand Februar 2018).

Jede finanzielle Hilfe ist willkommen!

Werden auch Sie Teil dieses großartigen Projektes und helfen Sie, den Geist von Arp Schnitger in St. Petri wiederzubeleben!
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